Meldung

Statistik der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland für das Jahr 2020

Montag, 19. Juli 2021, 18:43 Uhr
„Zahlen für das vergangene Jahr nicht wirklich aussagefähig“

Im Jahr 2020 gehörten 658.693 Menschen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) an. Die Zahl der Kirchenmitglieder sank im Vergleich zum Vorjahr um 18.743.
Bei den Taufen ist für 2020 ein starker Rückgang zu verzeichnen: Während im Jahr 2019 insgesamt 4.328 Menschen getauft wurden, waren es im vergangenen Jahr 2.134.
Ebenso gab es bei den kirchlichen Trauungen einen deutlichen Rückgang: So wurden im vergangenen Jahr 792 Paare kirchlich getraut. Im Jahr davor waren es 1.257 Paare.
6.514 Menschen sind 2020 aus der EKM ausgetreten. Im Jahr 2019 waren es 7.434 Menschen. Wiedereingetreten in die EKM sind im vergangenen Jahr 333 Menschen, im Jahr 2019 waren es 487.

„Die Statistik für das vergangene Jahr dürfte ein Zerrbild sein und ist nicht wirklich aussagefähig. Deshalb bin ich zurückhaltend, konkrete Schlussfolgerungen aus den Zahlen abzuleiten. Der starke Einbruch insbesondere bei Taufen und Trauungen hängt natürlich damit zusammen, dass die üblicherweise damit verbundenen Familienfeiern nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden konnten“, sagt Christian Fuhrmann, Dezernent für Gemeinde und Bildung im Landeskirchenamt der EKM.

„Der Rückgang der Gemeindemitglieder hat bei fast zwei Dritteln der Fälle das Versterben als Grund, rund ein Drittel ist ausgetreten. Dieses Verhältnis zeigt sich schon seit einigen Jahren und ist unabhängig von der aktuellen Situation. Der Mitgliederschwund ist für uns seit Jahrzehnten eine bittere Tatsache. Wir werden ihn mittelfristig auch nicht stoppen, sondern bestenfalls verlangsamen können. Mitgliedschaftsverhältnisse unterliegen nicht allein in den Kirchen sehr komplexen Prozessen. Die demografische Struktur unserer Mitglieder ist nur ein, wenn auch ein maßgeblicher Aspekt der Entwicklung. Aber wir werden nicht resignieren und unsere Arbeit immer wieder hinterfragen und neue Formen der Ansprache und Gemeindearbeit ausprobieren. Nicht zuletzt die vielfältigen Projekte der Erprobungsräume stoßen Lernprozesse an“, so Dezernent Fuhrmann.
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