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Trockenheit in den Kirchen - Gefahr für Orgeln und Kunstgut

Sonntag, 16. August 2026, 22:32 Uhr
Orgel in Trebra (Foto: Norbert Patzelt) Orgel in Trebra (Foto: Norbert Patzelt)
Die Kühle der Kirchen ist trügerisch. Wenn wir aus der sengenden Hitze in unsere Kirchen kommen, fühlen wir uns in der angenehmen Kühle geborgen. Hier scheint heile Welt zu sein.
Allerdings hat der Regenmangel auch den Kirchen zugesetzt, vorerst noch unbemerkt. Die Luftfeuchtigkeit ist vielerorts gefährlich abgesunken, das stört unser Empfinden nicht, es ist direkt angenehm, aber für Orgeln, für Schnitzaltäre und anderes Kunstgut aus Holz ist das eine große Gefahr.
Wenn die Orgel nur noch heiser hustet, oder die Tasten sich nicht mehr bewegen lassen, wenn die Farbe vom Altar abblättert, dann ist es meist zu spät. Wir sollten darum jetzt aufmerksam sein.
Wenn sich die Luftfeuchtigkeit zwischen 50% und 70% bewegt, ist für Orgeln und Altäre alles in bester Ordnung, ein kurzzeitiges Absinken auf 45% wird auch gut verkraftet, aber dann müssen wir handeln.
Eine gut eingerichtete Kirche ist die Marienkirche in Bleicherode, die großen grünen Pflanzen verteilen das Wasser in der Luft und sorgen für einen guten Feuchteausgleich. Aber in anderen Kirchen, in denen ich in der letzten Woche unterwegs war, herrschten teilweise 37%.
Hier muss gehandelt werden: bei Steinfussboden bietet sich ein sehr feuchtes Durchwischen an, man kann auch große Wasserschüsseln aufstellen oder feuchte Tücher aufhängen. Wichtig ist, ständig den Zustand zu kontrollieren. Einfache Hygrometer sind im Baumarkt ab 10,- € zu bekommen. Solch ein Gerät sollte in jeder Kirche vorhanden sein, am Besten an der Orgel, da werden sie auch wahrgenommen.
Manchmal verwerfen sich sogar 100 Jahre alte Holzbauteile, die Reparaturkosten übersteigen in jedem Falle die Mühe, das Kirchenklima 2-3 Wochen zu überwachen.
Norbert Patzelt
0174-2001559
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