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Orgelstudio in Ilfeld

Montag, 10. Juni 2024, 11:33 Uhr
In Ilfeld wurde an der Orgel groß gebaut. Jetzt ist mehr entstanden, als es vorher gab.

Nicht nur, dass die Orgel in allen Einzelheiten gereinigt und repariert wurde.
Aber warum "nur"? Das war doch die Hauptarbeit. Wochenlang dauerte es, jede Pfeife aus- und wieder einzubauen. Dazwischen wurden sie natürlich gründlich gereinigt. Dann gestimmt und intoniert. Intoniert, das heißt, auf den Raum, auf unsere Kirche genau eingestellt, sodass alle Register ihre passende Lautstärke bekommen und es an jeder Stelle im Kirchenraum optimal klingt.
Trotzdem: nicht nur das! Schon während dieser Arbeit und noch viel mehr danach wurde aus der Orgel ein Orgelstudio. Dort kann man jetzt hineingehen, genau beobachten, wie die Orgel sich bewegt und was alles gebraucht und passieren wird, bis ein wohlklingender Ton zu hören ist.
Und das ist immer noch nicht alles. Denn in dieses Orgelstudio wurden noch einige Extras eingebaut, die nicht jede Orgel hat. Einzelheiten werden an dieser Stelle nicht verraten. Aber man kann sich schon mal überlegen, was der Quirl (unsere Dampflok), ein Ochse, die Vögel und die Sterne wohl gemeinsam haben. Antwort: sie spielen alle eine Rolle im Ilfeder Orgelstudio.
Es wird jedenfalls ein Erlebnis sein, die Ilfelder Orgel zu besuchen. "Erlebnisorgel Ilfeld" - so könnte man sagen.
Nach der Eröffnung am 14. Juni wird das Orgelstudio natürlich weiter offen bleiben. Nicht täglich und zu jeder Zeit, wie die Kirche. Denn dazu ist die ganze Technik doch zu sensibel und zu wertvoll, als dass man sie frei und unbeaufsichtigt zugänglich machen könnte. Aber doch so oft wie möglich sollen Menschen in die Orgel hineingehen können um mancherlei Dinge auszuprobieren.
Nach Terminvereinbarung sowieso.
Und vielleicht finden sich ja Menschen, die sich etwas in die Materie vertiefen wollen und dann auch feste Öffnungszeiten anbieten für die vielen Besucher, die so täglich in die offene Kirche kommen. Sprechen Sie die Kirchenmusikerin Christine Heimrich dazu gerne an!

Übrigens: Auch schon beim Bau des Ganzen gab es einige Helfer aus unserer Gemeinde. Viele Stunden haben sie unter Anleitung der Fachleute mitgearbeitet. Dadurch konnten die Kosten des Projekts um mehrerer tausend Euro gesenkt werden.

Zur Finanzierung wiederum haben beigetragen: die Klosterkammer Hannover mit dem Stift Ilfeld, viele große und kleine Spenden (besonders große kamen von Gisela Herzog und dem Ilfelder Armin Schäfer), die Kirchengemeinde, der Kirchenkreis.
Für alles zusammen mussten knapp 100.000 aufgebracht werden.

Aber wie funktioniert die Orgel eigentlich?
Im großen Blasebalg entsteht der nötige Luftdruck, in der Orgelfachsprache "Wind" genannt.
Dann gibt es noch zwei kleine Bälge, die den Wind regulieren.
Über Windkanäle wird er dann zu den Windladen transportiert. Dort stehen die Pfeifen.
Das Signal, wann eine Pfeife eines bestimmten Registers klingen soll, kommt natürlich vom Spieltisch. Sogenannte Abstrakten leiten das Signal von jeder Taste und jedem Registerzug mechanisch zur Windlade.
Also muss die Organistin drei Dinge tun, damit die Orgel klingt:
Den Motor einschalten (oder dem Kalkanten sagen, dass er treten soll)
Register ziehen
Die Tasten in der richtigen Reihenfolge zur richtigen Zeit drücken

Freitag, 14. Juni, 18 Uhr öffentlicher Empfang zur Eröffnung
Sonnabend ab 15 Uhr Orgelfest mit Musik, Führungen, Speis und Trank
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