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Darf die Kirche politisch sein? - Christusdorn von Jana Lenz

Sonntag, 29. Oktober 2023, 03:41 Uhr
(re) Als vor einigen Wochen Vertreter der Nordhäuser Kirchen in einem offenen Brief Stellung zur aktuellen Lokalpolitik bezogen und den Landrat um Befriedung des Konfliktes zwischen ihm und dem Oberbürgermeister aufforderten, bekamen sie unmittelbar Gegenwind zu spüren. Dieser wehte insbesondere von rechts. Mehrfach war aus dieser Richtung zu lesen, die Kirchenvertreter sollten sich doch bitte aus der politischen Diskussion heraushalten. Dass wir in Europa eine Trennung von Staat und Kirche haben und der Staat nicht mehr auf bestimmten religiösen Überzeugungen gründet, ist gut und richtig. Das heißt jedoch nicht, dass man sich als Christ nicht politisch äußern dürfte. Im Gegenteil, denn die christliche Botschaft ist hochpolitisch. Sowohl die Aufforderung zu einem friedlichen und konstruktiven Miteinander in Stadt und Landkreis als auch ein klares Nein zum menschenfeindlichen Programm einer Partei am rechten Rand sind durchaus angebracht, wenn man die Botschaft Jesu ernst nimmt. So wie Jesus einst für die Schwachen und Notleidenden Partei ergriffen hat, sind Vertreter der Kirchen und letztlich alle Christen noch heute aufgefordert, es ihm gleichzutun. Christentum ist an keine Partei gebunden, aber es ist parteiisch für jene, die keine Lobby haben. Für die Schwächsten unserer Gesellschaft ebenso wie für unsere geschundene Erde und die nachfolgenden Generationen. Der biblische Wochenspruch für die kommende Woche lautet: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ Möge uns das gelingen in unserer Stadt Nordhausen und in unserem Land.
Christusdorn von Jana Lenz, Geschäftsführerin der Nordthüringer Lebenshilfe
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