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Lasst uns reden und hören - bereicherndes Frauenmahl im Rückblick

Sonntag, 22. Oktober 2023, 13:42 Uhr
(re) Nordhausen. Lasst uns mal reden! hieß es in der Einladung des Frauenteams des Kirchenkreises Südharz zum diesjährigen Oasentag. „Darüber reden, wie uns Haltungen und Denkweisen anderer nützen können“, hatte Kathrin Schwarze, die Beauftragte für die Arbeit mit Frauen im Kirchenkreis vorab erklärt. „Über 50 Teilnehmerinnen aller Generationen und wunderbare Impulsgeberinnen, die uns mit ihren Lebensgeschichten bewegt und ermutigt haben sind der Einladung gefolgt“, berichtet Regina Englert vom Kirchenkreis Südharz.
Zunächst traf man sich zu einem Gottesdienst in der Blasii-Kirche, um dann zum Mahl in die Jugendkirche umzuziehen. Für den Spaziergang hatte Pfarrerin Annegret Steinke bereits Impulsfragen passend zum Thema formuliert.
In der Altendorfer Kirche angekommen ordnete Kathrin Schwarze den Impulsgeberinnen Attribute zu.
Die Denkerin
Da gab es „die Denkerin“, Eva Lange, Leitende Pfarrerin der EFiM (Ev. Frauen in Mitteldeutschland), die den Frauen die Bibel in gerechter Sprache ans Herz legte und biblische Frauengestalten in den Blick nahm, die eine wichtige Rolle spielten. Darunter auch die Prophetin und Jüngerin Maria Magdalena. Hätten Sie gedacht, dass es Prophetinnen gab? Eva Lange erzählte vom Evangelium nach Maria, das in den letzten Jahren intensiv erforscht wird, und von der Richterin Deborah. „Welch ein Geschenk“, sagte Eva Lange, „dass wir diese Vorbilder unseren Töchtern und Enkelinnen mit auf den Weg geben können.“
Die Wegbereiterin
Die „Wegbereiterin“ Hildegard Seidel, ehemalige Leiterin der Nordhäuser Stadtbibliothek und erste Präsidentin der Rotarier in Nordhausen, erzählte aus ihrem bewegten Leben und von den ersten aufreibenden Jahren der Stadtbibliothek, spricht vom Gegenwind. Die Frauen hörten gebannt zu, als ihnen dieser reiche Erfahrungsschatz dargeboten wurde. Sie blicke zurück, so Hildegard Seidel, auf ein Leben voller Möglichkeiten. Von denen sie für alle spürbar viele ergriffen hat, egal, ob sie sich ihr als leicht oder schwer präsentierten. Begleitet hat sie ihr Konfi-Spruch 1. Petrus 2, 9+12 in der Übersetzung von Jörg Zink. Vielleicht mögen Sie ihn ja einmal nachlesen?...seht zu, dass euer Leben auf die, die nicht glauben, überzeugend wirkt!...
Die Formerin
„Die Formerin“ Szilvia Schelenhaus, Dozentin, Psychologin, Übersetzerin, und in Ungarn zunächst Grundschullehrerin und Krankenschwester, ließ ihre Begleiterinnen und Begleiter auf ihrem Weg zum Glauben vor unseren Augen lebendig werden. Erzählte von ihren Lebensstationen vom neugierigen Kind in Budapest bis zur heute gereiften Persönlichkeit, ihrer Entwicklung von der Lernenden zur Mentorin, ihren Werten, die sie vermitteln möchte, für die sie einsteht. Heute fühle sie sich als Weltbürgerin, von Gott geliebt, angenommen und gesegnet. Und das strahlt sie aus.
Die Handelnde
Zuletzt übernahm „die Handelnde“ Stephanie Tiepelmann-Halm, Geschäftsführerin von Schrankenlos e.V. und gesellschaftspolitisch Aktive, das Mikrofon. „Laufen lernt man durch Hinfallen“ diese Erfahrung gab sie uns mit auf den Weg. Oft sei sie in letzter Zeit auf ihr bürgerschaftliches Engagement hin angesprochen worden, dabei habe sie nichts anderes getan, als nur sie selbst zu sein. Dieses Ich als Teil der Generation Y brachte sie den Frauen näher. Gedanken einer Generation, die mit so vielen gesellschaftlichen Umbrüchen aufgewachsen ist. Wissend, dass von heute auf morgen alles anders sein kann. Sie spricht von Verletzlichkeit und Fehlerfreundlichkeit. Man spürt ihre innere Unruhe, das Gefühl, dass sie ihre Ziele noch nicht erreicht hat, ihr Auftrag noch nicht erfüllt ist. "Und nein, wir sind noch nicht fertig. Es gibt noch viel zu tun.", sagt sie mir auf dem Rückweg.
Vier Frauen, vier verschiedene Blickwinkel aufs Leben aus ihrer Generation und persönlichen Situation heraus. Und alle auf unterschiedlichen Wegen im Einsatz für die Menschen.
Frauenmahl
Der Name verrät es, wir haben nicht nur zugehört, sondern sind zwischen den Impulsen immer wieder ins Gespräch gekommen und haben Köstliches genossen. Vier Gänge insgesamt, serviert von einem aufmerksamen „Serviceteam“, bestehend aus: Superintendent Andreas Schwarze sowie Sohn Maximilian, den Pfarrern Wolf-Johannes von Biela und Michael Blaszcyk, Vikar David Israel, Pascal Leibbrandt, Vizepräses Andreas Weigel und an der Technik Florian Brandner. Ein feines vegetarisches Menü, kreiert von den Mitarbeitern der Nordthüringer Lebenshilfe e.V., wurde bei Kerzenschein an liebevoll eingedeckten Tischen serviert. Den floralen Tischschmuck hat Gerda Leidel gezaubert. Zwischen all dem servierte Kreiskantorin Christine Heimrich irische Weisen als Ohrenschmaus.
Gestaltet wurde der Tag vom Frauenteam des Kirchenkreises Kathrin Schwarze, Pfarrerin Annegret Steinke und den beiden Gemeindepädagoginnen Corina Sänger und Diana Blaszcyk-Wand.
Ein großer Dank an alle Aktiven, die diesen wirklich bereichernden, wertschätzenden Tag in wunderbarer Gemeinschaft gestaltet haben.
Regina Englert
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