Meldung

Nachruf auf Irene Junker - eine „waschechte Katechetin“

Mittwoch, 21. Januar 2026, 09:23 Uhr
Irene Junker (Foto: St. Marienhospital Bleicherode) Irene Junker (Foto: St. Marienhospital Bleicherode)
(re) Bleicherode und Hamma/Kirchenkreis Südharz. Mit großer Dankbarkeit nimmt der Kirchenkreis Südharz Abschied von Irene Junker, die über viele Jahrzehnte als Kreiskatechetin die Arbeit der Katechetinnen und der Frauenkreise geprägt hat. Sie verstarb am 12. Januar im Alter von 93 Jahren. Superintendent Andreas Schwarze würdigt sie als „eine Persönlichkeit, die mit Verlässlichkeit, Engagement und Herz das kirchliche Miteinander gestaltet hat“. Er wird die Gedenkandacht am 24. Januar, um 10 Uhr, in der St.-Marien-Kirche in Bleicherode leiten. Diese findet zusätzlich zur Trauerfeier am 23. Januar, um 15 Uhr, in der St.-Trinitatis-Kirche in Hamma statt, damit viele Wegbegleiter aus der Region teilnehmen können.

Ein Leben für die Katechese

„Sie war eine waschechte Katechetin - die Lehre des Evangeliums, die Verkündigung an die junge Generation standen bei ihr im Vordergrund“, erinnert sich ihre spätere Nachfolgerin Marit Krafcick. Die Ausbildung zur Katechetin, absolvierte Irene Junker in Wernigerode – eine Zeit, aus der zahlreiche enge Kontakte bis ins hohe Alter Bestand hatten. Bereits 1968 war sie im damaligen Kirchenkreis Bleicherode tätig und übernahm Aufgaben, die ihrer späteren Funktion einer Kreiskatechetin entsprachen. Mit der Bildung des Kirchenkreises Südharz erweiterten sich ihr Zuständigkeitsbereich und die Gremienarbeit noch einmal. Erst 1998 gab sie die Verantwortung an Marit Krafcick ab. „Sie hat wertvolle Lobbyarbeit für die Berufsgruppe und die Zielgruppe geleistet. Da war sie eine Vorreiterin und mir Vorbild“, erklärt Marit Krafcick.

Eine enge Weggemeinschaft verband sie seit 1969 mit der damaligen Katechetin Gisela Stange. In dieser Zeit wechselte Irene Junker nach Kehmstedt und war später unter anderem in Wipperdorf und den Berndtendörfern tätig.

Zahlreiche Kolleginnen erinnern sich an Irene Junkers besondere Fürsorge und ihre Leitungskompetenz. „Sie hatte uns im besten Sinne unter ihren Fittichen“, betont Gisela Stange. Die Alleinstehende sei eher wie eine Mutter für sie alle gewesen und blieb bis ins hohe Alter mit vielen von ihnen in Kontakt. Immer wieder begleitete sie ehemalige Weggefährten auch auf ihrem letzten Weg.
Besonders wichtig waren ihr regelmäßige Weiterbildungen, der monatliche Konvent – stets mit selbstgebackenem Kuchen – sowie der Raum für persönliche Gespräche, auch gern bei Ausflügen oder einem Picknick.

Neben der Arbeit mit Kindern lag ihr die Arbeit mit Frauen sehr am Herzen. Gemeinsam mit zwei Mitstreiterinnen baute sie vielerorts Frauenhilfekreise auf und leitete sie. Der Weltgebetstag war ihr dabei ein besonderes Anliegen. Viele erinnern sich zudem an die von ihr organisierten jährlichen Busausflüge, die zu festen Traditionen in den Gemeinden wurden.

Nach ihrem Umzug vom Kehmstedter Pfarrhaus in das Bleicheröder Marienhospital begann für Irene Junker ein neuer Lebensabschnitt. Rückblickend sagte sie oft: „Das hätte ich viel früher machen sollen.“

Irene Junkers Wirken war geprägt von Herzenswärme, tiefem Glauben und großem Verantwortungsbewusstsein. Unzählige Menschen verdanken ihr Orientierung, Ermutigung und Unterstützung. „Wir werden ihr Andenken in Ehren halten“, unterstreicht Superintendent Schwarze
zum Überblick