Der Hunger nach Kultur zehrt aber die, die Kultur schaffen, leiden gerade sprichwörtlich Hunger.schreibt Kantor Michael Kremzow an den Kirchenkreis

Mit diesen Worten baten er und Conny Heise im Namen des ökumenischen Stadtkonvents Nordhausen eindringlich um die Unterstützung notleidender christlicher Künstler.

Der Kirchenkreis Südharz ist jetzt Mittler zwischen Menschen, die Künstlern gern unter die Arme greifen möchten und der Initiative „Christliche Künstler unterstützen“ (www.kuenstlerunterstuetzen.de)

Dafür hat der Kirchenkreis ein eigenes Konto eingerichtet. So ist es möglich, dass jeder Spender eine Bescheinigung erhält.
Sie können direkt überweisen unter:
Kontoinhaber: Ev. Kirchenkreis Südharz
Nordthüringer Volksbank eG
IBAN: DE92 8209 4054 0000 0377 70
BIC: GENODEF1NDS
Verwendungszweck: Künstler unterstützen

Bitte geben Sie Ihre vollständige Adresse an, damit wir Ihnen die Bescheinigung zukommen lassen können. Für Zuwendungen bis 300 Euro genügt dem Finanzamt Ihr Kontoauszug oder ein Einzahlungsbeleg - wir bitten herzlich dies zu beachten.

„Bislang haben wir über 85.000 Euro an Künstlerinnen und Künstler weitergegeben. Jeder Cent wird weitergereicht, alle Kosten, die anfallen (zum Glück bislang sehr wenige), tragen wir aus unserer Tasche", schreibt Peter Neubauer von der Initiative auf Anfrage des Kirchenkreises.

Oft genug kam das Geld im richtigen Moment und hat die Not zumindest gelindert und den Künstlern die Hoffnung geschenkt, dass sie nicht vergessen sind. Da die Initiative kein Verein ist, kann sie selbst keine Spendenquittungen ausschreiben. Darum trat der Kirchenkreis als Mittler an diese Stelle.

Bekannte Gesichter unter den Notleidenden

„In Nordhausen waren bereits einige der von der Initiative unterstützten Künstler im Rahmen der „Nacht der Kirchen“, der Allianz-Gebetswochen oder zu Konzerten zu Gast, weshalb wir diese Initiative in ökumenischer Gemeinschaft gern unterstützen möchten", schreiben Heise und Kremzow weiter. Selbst Künstler wie Bodo Wartke oder der Zauberer Mr. Joy, der bereits beim Konfifestival des Kirchenkreises gastierte, sind in ihrer Existenz bedroht.

Die angekündigten Überbrückungshilfen werden nicht oder nur unter hohem bürokratischen Aufwand ausgezahlt. Viele Künstler wissen nicht, wovon sie die nächsten Wochen ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen.

Christoph Zehendner beispielsweise ist vielen ein Begriff, er war kürzlich erst in Salza zu Gast. Und in seinen Liedern, wie "Vater, unser Vater" oder "Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht" ist er in unseren Gemeinden immer wieder präsent.

Gernot Hildebrandt ist als "Ur-Nordhäuser" mit seiner Marionettentruhe nicht nur in der Christuskirche ein bekannter Name.

Carlos Martinez hat als Pantomime schon bei Groß-Events, wie "ProChrist" die Menschen auf eindrückliche Weise mit Gottes Wort in Berührung gebracht. Sein Auftritt in Großwechsungen vor einigen Jahren ist sicher vielen noch in Erinnerung.

Matthias Jungermann war schon mehrmals in der Region. Seine kreative Art, mit ungewöhnlichen Requisiten Theater zu spielen, begeistert Jung und Alt. Beim Lesen des spritzigen Namens „Radieschenfieber“ dürfte es sicher bei vielen klingeln. Dies sind nur wenige Namen unter vielen, denen gerade durch die Einschränkungen der Pandemie das "Wasser bis zum Hals steht".

Darum gibt es die Initiative „Christliche Künstler unterstützen“, die die Not zu lindern versucht. Christoph Zehendner, einer der Initiatoren, ist seit vielen Jahren als Liedermacher, Journalist und Theologe unterwegs. Er schreibt: „Viele meiner Künstlerkollegen leiden unter der Corona-Krise. Sie haben im Moment keine Möglichkeit ihren Beruf auszuüben und Geld zu verdienen. Keiner weiß genau, wie lange die Krise noch anhalten wird. Wir möchten ihnen mit dieser Initiative unter die Arme greifen, sie finanziell unterstützen und dadurch Hoffnung verbreiten. Gemeinsam mit zwei befreundeten Künstlern habe ich diese Initiative www.kuenstlerunterstuetzen.de gegründet, denn wir sehen die Künstler massiv bedroht und wollen dagegen ein Zeichen setzen.“

Wie wird Ihre Spende weitergegeben?

Peter Neubauer von der Initiative antwortete uns darauf:
„Unsere Initiative ist Vertrauenssache. Du vertraust uns Geld an. Egal in welcher Höhe jeder Euro von Dir hilft. Wir sorgen dafür, dass dieses Geschenk zügig und ohne Abzug zu 100% bei denen ankommt, die gerade ganz dringend Hilfe brauchen.“

Wie wird das Geld aufgeteilt?

Peter Neubauer:
„Bei der Künstler-Auswahl versuchen wir, nach bestem Wissen und Gewissen und so gut und fair wie möglich die Künstlerinnen und Künstler zu finden, die es gerade besonders nötig haben. Dabei hilft es uns, dass wir selbst Künstler und daher gut in der Szene vernetzt sind. Wir achten darauf, ob jemand ganz von der Kunst lebt, ob es möglicherweise Einkünfte über Ehepartner gibt, oder ob sonstige Sicherheiten vorhanden sind. Auch ob jemand Kinder hat, ist für uns ein wichtiger Faktor. Eine Sängerin, die sich alleinerziehend um zwei Kinder kümmert und hauptsächlich als Backing-Sängerin arbeitet (und damit keine eigenen CDs verkauft), hat in der Regel eine größere Not, als ein alleinstehender Musiker ohne Kinder. Wir versuchen, uns so ein Bild von der finanziellen Situation zu machen und entscheiden dann gemeinsam. Vieles unserer Initiative hängt also am Vertrauen. Ganz oft läuft es so ab, dass die Künstler sagen: „Ach, ich komm schon irgendwie über die Runden, es gibt bestimmt noch andere Künstler, denen es noch schlechter geht.“ Wenn das Geld dann auf dem Konto angekommen ist, kommen Rückmeldungen, wie „das kam gerade im richtigen Moment“, „jetzt kann ich meine Miete zahlen“, „jetzt kann ich meinen Kindern doch was zu Weihnachten schenken“ oder „jetzt habe ich ein bisschen Luft zum Atmen, finanziell gesehen“.“
Noch einmal Michael Kremzow und Conny Heise dazu:
Helfen auch wir mit, dass nach dem Ende der Pandemie die so dringend vermisste Kunst nicht ausgestorben ist, sondern mit neuer Kraft und neuem Mut den Menschen wieder Hoffnung geben kann. Darum die Bitte: Machen Sie mit, unterstützen Sie christliche Künstler in dieser schwierigen Zeit.

Weitere Informationen

  • Die Aktion läuft zunächst bis Ostern (in der Hoffnung, dass sich die Lage allmählich normalisiert).
  • Mehr erfahren Sie unter www.kuenstlerunterstuetzen.de
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